Heidelberger Weinblatt

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Die Bibel hat Kraft - für dich

0. Vorbemerkung – nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes
Gott gibt uns sein lebendiges Wort, um unsere Leben zu formen. Es ist nicht als gemütliche und einschläfernde Abendlektüre gedacht, sondern er forder und fördert uns durch die Bibel. Viele Passagen der Bibel erscheinen uns fremd und rütteln uns auf. Dies geschieht, weil Gott uns durch sein lebendiges Wort verwandelt und uns seinen Willen offenbart (Röm. 12,2). Doch diese Verwandlung kann nur mit der Hilfe des Heiligen Geistes stattfinden (1. Kor. 2,14). Wenn wir auf uns auf diese Hilfe einlassen, dann führt uns das lebendige Wort zum Sohn Gottes, der uns allein befreien kann von falschem Denken, Kraftlosigkeit und Irrtümern. Einige Fragen können uns vorbereiten auf eine Lektüre der Bibel, die uns verändert: Bin ich offen für die Hilfe des Heiligen Geistes? An welchen Bibelversen bleibe ich hängen? Was erscheint mir fremd? Liegen hier meine persönlichen Irrtümer verborgen, die im Konflikt stehen mit der Wahrheit des Wortes Gottes?

1. Drei Schritte, um die Bibel zu verstehen
Generell findet jede Art von Lernen aus Texten in 3 Schritten statt. Zunächst liest man den Abschnitt und sammelt Beobachtungen. Im 2. Schritt denkt man darüber nach, was die Bedeutung des Gelesenen ist, man interpretiert die Zusammenhänge. Zum Schluss bewertet man die Inhalte, wie sie anwendbar sind, was sie für praktische Konsequenzen haben und wo Schwierigkeiten auftreten können.

Häufig besteht die Versuchung, alle 3 Schritte in einem Abwasch zu machen. Man liest, versteht und denkt, alles läuft rund. Die Realität ist aber, dass dadurch häufig sehr wenig hängen bleibt und die Zeit eher verschwendet ist. Denn man liest was, ohne dass es das Denken oder die Handlungen formt. Da hätte man die Zeit lieber anders benutzen können. Die Bibel ist da keine Ausnahme. Wie schon Einstein sagte: �Den Menschen ist kein Weg zu lang, um Denken zu vermeiden".

  1. Beobachtung – was passiert in dem Text? Wer? Was? Wo? Wann? Wie?

  2. Bedeutung – was ist das Ziel des Textes? Warum werden die Dinge formuliert?

  3. Bewertung – was bedeutet es für mich? Was funktioniert, was nicht?


Für die Bibellese bedeutet das:

Beobachtung – den Zusammenhang verstehen. Es ist wichtig, sich beim Lesen eines Textes zu orientieren, was dort eigentlich passiert. Die Aussagen sind nicht einfach Ausschnitte, die auf jede Situation passen, sondern historische Begebenheiten. Deshalb sollte man sich fragen: was passiert hier eigentlich? Wer schreibt dieses Stück? An wen ist das adressiert? Welche Form hat der Text? Wer sind die Akteure? Was machen sie? Was machen sie nicht? Was ist vorher passiert? Was passiert danach? Was war der Zusammenhang, in dem das passiert ist? Eine gute Beobachtung ist eine gute Grundlage, um die Bedeutung zu verstehen.

Bedeutung – die Absicht verstehen. Nachdem die Daten gesammelt wurden, kann man sich den Absichten in dem Text nähern. Die Bibel wurde vor 2.000 Jahren oder mehr geschrieben. Daher braucht man etwas Geduld, um sich in die Abläufe und Haltungen von damals reinzudenken. Hier könnten Fragen helfen wie: Welches Problem wird hier angegangen? Welche Lösungsvorschläge bietet der Text? Welche Lösungsvorschläge hinterfragt er? Gegen was richtet sich der Text (gegen welche Haltungen, Ambitionen etc)? Warum steht der Text an dieser Stelle im Dokument? Was wollte der Autor damit beabsichtigen? Wenn die Bedeutung stimmt, dann ist die Bewertung nahe liegend.

Bewertung – die Konsequenzen verstehen. Mit den guten Grundlagen der Beobachtung und dem Verständnis der Bedeutung kann die Übersetzung auf die eigenen Situation erfolgen. Es ist wichtig, die Vorarbeit zu leisten. Ansonsten kommt man zu Schlussfolgerungen, die zwar nett gemeint sind, aber keine Power haben oder schlichtweg schädlich sein können. In der Schule und Uni nennt man diesen Schritt die Kritik oder Einordnung. Bei der Bibel geht es mehr darum, sich selbst einzuordnen und zu hinterfragen als die Absichten des Texts in Frage zu stellen (nicht ich lese die Bibel, sondern die Bibel liest mich). Fragen, die hier helfen können sind: was bedeutet diese Aussage für mich? Welche Haltungen, Ambitionen, Bedürfnisse oder Wünsche spricht diese Stelle an? Was soll ich anfangen? Was soll ich aufhören? Was sind die Konsequenzen im Erleben, Emotionen und Verhalten für mich, wenn ich dem folge oder wenn ich es nicht mache? Wie kann ich es umsetzen? Wenn diese Fragen letztlich überdacht werden und die Antworten auf deine eigene Situation passen, dann kann das Wort Gottes in deinem Leben Berge bewegen. Jetzt musst du es nur noch machen.

geposted von:
marlster | vineyard heidelberg
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